Beit Emmaus ist ein Alten- und Pflegeheim für palästinensische Frauen, das von deutschen Ordensschwestern geleitet wird und auf dessen riesigen Grundstück rund 600 Olivenbäume stehen. Da alle 600 Olivenbäume ab Oktober bis Ende November/Anfang Dezember geerntet werden müssen, haben die zwei deutschen Volontäre und ihr Chef einiges zu tun und sind auf die Hilfe aller Freiwilligen angewiesen.
Also nahmen wir nach Arbeitsende am Freitag den letzten Bus nach Jerusalem und einen weiteren Bus von dort aus, der uns bis zum Checkpoint fuhr bevor alle Busverbindungen wegen des Shabbats mal wieder eingestellt wurden. Ein wenig eingeschüchtert von der Mauer, den vielen Zäunen und Soldaten liefen wir über den Checkpoint in die West Bank - ein komisches Gefühl, da wurde uns die brisante politische Situation erstmals deutlich. Und trotzdem liefen einige Palästinenser wie selbstverständlich über die Grenze, einige führten uns sogar durch das Labyrinth von Zäunen.
Von dort aus nahmen wir einen Scherut nach Quebeibeh, der uns direkt bis vor die Tür von Beit Emmaus fuhr. Ein Glück, sonst hätten wir den Weg nie gefunden.
Neben uns waren drei andere Freiwillige aus einer Projektstelle in Jerusalem und zwei Studenten der Dormitio-Abtei übers Wochenende zur Olivenernte dorthin gekommen.
Nach einer Nacht und einem guten deutschen Frühstück - das Essen in Beit Emmaus ist wahrscheinlich das Beste von allen Projektstellen - machten wir uns allesamt mit dem Trecker auf dem Weg zu den Olivenfeldern. Also nachdem wir unsere Arbeitskleidung angezogen hatten: alte OP-Klamotten. Man glaubt es kaum, aber für die Arbeit unglaublich praktisch und bequem.
Ein Tag, der es wert war, ich könnte es mir aber auf keinen Fall vorstellen weitere zehn Wochen Tag für Tag Oliven zu ernten, wie es die zwei Volontäre dort nun machen.
Nach dem Abendessen wurden wir von einer Schwester freundlicherweise mit dem Auto über den Checkpoint gefahren und verbrachten den restlichen Abend und den Sonntag gemütlich in Jerusalem.
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