Donnerstag, 31. Oktober 2013

Yehudia

Vor zwei Wochen sind wir mal wieder nach Tabgha gefahren und haben einen Tagesausflug in den Nationalpark Yehudia gemacht.
Da der Weg dorthin mit dem Bus trotz der recht kurzen Entfernung alles andere als kompliziert ist, sind wir diesmal an den See Genezareth getrampt. Für mich schon eine kleine Überwindung, obwohl wir hier schon öfter in die nächste Stadt trampen und ich mich schon etwas daran gewöhnt habe. Allerdings hätte ich es nicht für möglich gehalten, eine im Vergleich so weite Strecke nur durch trampen zu schaffen. Doch wir waren erfolgreich: nach etwa drei Stunden hatten wir unser Ziel erreicht - inklusive eine Stunde Fahrt in einem Jeep und ohne langes Warten auf das nächste Auto, das uns mitnehmen wollte. Dazu haben wir jetzt eine Übernachtungsmöglichkeit in Tel Aviv und eine Einladung zum Shabbat-Essen in einem nahegelegenen Kibbuz - was will man mehr? 

Am Nationalpark angekommen trafen wir zwei der Volontäre aus Tabgha und haben, mit viel Wasser und einem kleinen Essenspaket ausgestattet, eine etwa vierstündige Wandertour durch den Park gemacht, die sich echt gelohnt hat. Nach einer Stunde laufen über einen recht matschigen, mit einigen großen Steinen übersäten Wanderweg erreichten wir die "richtige" Natur: nun mussten wir klettern, manchmal auch über kleine Flüsse oder zum nächsten Stein springen und nur die Pfeile auf den Steinen zeigten uns den Weg an. Ein kleines Abenteuer, das total viel Spaß gemacht hat und sich auf alle Fälle gelohnt hat. Auf dem Weg kamen wir an zwei Naturpools vorbei, die Gelegenheit zum Schwimmen im kühlen Nass baten und etwas Platz für ein kleines Picknick ermöglichten. Endlich konnten wir unser Lunchpaket leeren, das sich vorher als ein wenig störend beim Wandern und Klettern herausstellte, da man teilweise schon zwei Hände brauchte, um sich irgendwo festzuhalten damit man dann doch nicht in den Tümpel oder auf den nächsten Stein abrutschte. Gut gestärkt und abgekühlt ging es dann weiter bis zum Highlight des Tages: ein Wasserfall inmitten einer wunderschönen Landschaft. So, wie man es sonst von Postkarten oder Postern kennt. 

Dieser ist einer von vielen in dem Nationalpark (ist ja auch ein Wasserpark), doch die anderen konnten wir nicht sehen, da sie auf einer anderen Wanderstrecke lagen. 
Danach eilten wir schnellen Schrittes zurück zum Eingang des Parks, um noch vor Schließung des Parks wieder raus zu sein - haben wir zwar nicht ganz geschafft, aber wir waren ja nicht die Einzigen.



Wir schliefen eine Nacht in Tabgha und verbrachten einen schönen und ruhigen Sonntag mit den Volontären auf der Begegnungsstätte, wo wir kurz als kleine Attraktion innerhalb fünf Minuten mindestens dreißigmal fotografiert wurden. Der Hintergrund: die philipinischen UN-Soldaten, die auf den Golanhöhen stationiert sind, waren zum Essen bei den philipinischen Ordensschwestern auf der Begegnungsstätte eingeladen. Als sie uns am Ufer des Sees sahen, während sie das Essen vom Schwesternhaus zur Begegnungsstätte brachten, waren sie so begeistert von unserem hellem Haar, dass jeder ein Foto mit uns haben wollte. Also kam eine Soldatengruppe nach der anderen, die für ein Foto mit uns posten. Im Nachhinein ärgern wir uns, dass wir keine Kamera von uns in Reichweite hatten. Wer hat denn schon ein Foto mit einer Gruppe UN-Soldaten? 
Anschließend wurden wir sogar zum Essen eingeladen. 

Am späten Nachmittag machten wir uns auf dem Rückweg und wieder waren wir innerhalb zwei Stunden durch Trampen zurück im schönen Kiryat Tivon.






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