Daher haben wir unsere Wohnung schön weihnachtlich geschmückt, Adventskalender aufgestellt und sogar einen selbstgebastelten Adventskranz haben wir dank Malin auf unserem Wohnzimmertisch stehen. An manchen Abenden machen wir uns in unserer Volo-Runde Glühwein und essen dazu selbstgebackene Plätzchen.Unglaublich gemütlich - während es draußen seit etwa einer Woche den ganzen Tag regnet, zudem ist es kalt, stürmisch und schlichtweg ungemütlich. Immerhin das Wetter erinnert also an ein schneefreies Weihnachten in Deutschland.
Wo ich gerade beim Schnee bin: dieses Wochenende gab es Schnee in Jerusalem! - und davon nicht wenig...
Eigentlich wollte ich zusammen mit Theresia an diesem Wochenende nach Jerusalem fahren und vielleicht auf einen Weihnachtsmarkt gehen. Dafür hatte ich extra meinen Dienst getauscht und auch Theresia hatte sich Urlaub genommen. Einige Tage vorher wurde schon im Wetterbericht für Jerusalem Schnee angesagt, weshalb wir uns noch ein wenig mehr freuten, immerhin ist es schon was Besonderes die Heilige Stadt im Schnee zu sehen. So wie der Wetterbericht angekündigt hatte, fing es dann am Donnerstag an zu schneien - es schneite den ganzen Tag durch, die Medien sprachen sogar von einem "Schneetsunami". Und das ist nicht unbedingt übertrieben: es blieb etwa einen halben Meter hoher Schnee liegen - und damit auch das gesamte Verkehrsnetz. Der Highway, der nach Jerusalem führt wurde komplett gesperrt, Busse fuhren nicht mehr dorthin. So mussten wir unseren geplanten Ausflug also absagen. Gut für uns, denn die anderen Volontäre, die freitags nicht arbeiten müssen, nahmen am Donnerstagabend einen Bus nach Jerusalem - ohne zu wissen, dass dort so ein Schneechaos ist. Letztendlich haben verbrachten sie die Nacht 12 Stunden im Bus und mussten dazu noch eine halbe Stunde durch das Schneegestöber zum nächstbesten Hotel laufen. Die Straßenbahn fiel aus und man konnte nicht ein Bus oder Auto auf den Straßen sehen. Fast alle Geschäfte hatten geschlossen und auch die Schulen blieben zu. Für so viel Schnee ist man hier in Israel einfach nicht vorbereitet, es gibt keinen Winterdienst der die Straßen räumt oder Salz streut. Hier muss man schlichtweg warten, bis es vorbei ist.
So blieben wir hier, backten Plätzchen und Äpfel im Schlafrock, tranken Glühwein und schauten Filme. Statt Schnee, gab es hier Unmengen an Regen, Gewitter und Stürme - zudem war es extrem kalt, sodass man freiwillig nicht vor die Tür gegangen ist. Zwischendurch hatten wir zweimal für etwa eine Stunde im ganzen Wohngebiet Stromausfall.
Als "Alternativprogramm" sind wir heute Nachmittag nach Nazareth gefahren, wo wir auf den Weihnachtsmarkt gehen wollten - eigentlich! Schon vor Wochen wurde im Internet ein Weihnachtsmarkt in Nazareth angekündigt, der vom 11. - 15. Dezember vor der griechisch-orthodoxen Verkündigungskirche stattfinden sollte. Doch das einzige das wir dort sahen, war ein großer, geschmückter Weihnachtsbaum. Dann wurde uns erklärt, dass der Weihnachtsmarkt wegen dem Wetter auf die nächste Woche verschoben wurde. Nach einer Falafel fuhren wir dann - etwas enttäuscht - wieder zurück.
Kurz nach unserer Rückkehr kamen dann die anderen Volontäre unterkühlt und übermüdet mit einem Sonderzug aus Jerusalem wieder.






